childhood

Vom Suchen und nicht finden.



Kalt wie eine Schneeflocke und im nächsten Moment schmilzt du auf meiner Hand zu einer Pfütze Wasser. Undurchsichtig wie Milchglas und dann bist du so durchscheinend wie das hellste Fenster in meinem Haus. Ein Rad schlagen wie ein Pfau und dann so ängstlich und scheu wie eine Maus. Und manchmal stehe ich da und sehe mir all das an und kann es nicht greifen. Manchmal weiß ich nicht, wo oben und wo unten ist und ich frage mich, wer es mir zeigen kann. Ich glaube, ich laufe manchmal im Kreis, verstehe nichts und vielleicht doch zu viel. Viel zu viele Dinge, die mir einfach nicht in den Kopf gehen wollen, an die ich mich vielleicht gewöhnen muss. An manche Dinge will ich mich aber gar nicht gewöhnen, manche Dinge möchte ich nicht verstehen müssen. Manchmal stehe ich auf der einen Seite des Ufers und du auf der anderen und in diesen Augenblicken bin ich niemandem so fern auf der Welt, wie dir. Und niemanden kann ich weniger verstehen als dich. Möglicherweise möchte ich dich auch nicht verstehen. Ja, vielleicht ist es das. Es ist so abwegig, so weit weg von mir. Es ist dieses Auf und Ab, dieses Her und Weg und dieses Oben und Unten, was mir zu schaffen macht, denn manchmal bin ich oben und manchmal ganz weit unten und ich bin jemand, der auf einer Stufe bleiben möchte. Ich möchte nicht immer die Stellung wechseln müssen, um mich dann wieder zu fragen, wo ich hingehöre. Ja, manchmal verwirrst du mich und ich weiß nicht, wo ich bei dir stehe, weil ich dich nicht finde, in den Worten, die du sagst. Dabei will ich es doch. Ich strenge mich an, ich versuch's wirklich. Ich suche und suche und suche und finde und finde und finde doch nur mehr Fragen, die sich vor mir aufbauen und verhöhnen. Und am Ende sitze ich da und sehe dir dabei zu, wie du mir entgegenkommst, wie du dich mir präsentierst. Am Ende sitze ich da und sehe die Schneeflocke, das Wasser, das Milchglas, das Fenster, den Pfau und die Maus und alles ist da und alles macht meinen Kopf zu Brei. Das sind Momente, in denen ich mich unter meiner Bettdecke verkriechen möchte und nie nie nie nie mehr, nie nie nie mehr, wirklich nie mehr einem Menschen begegnen möchte, der zu viele Gesichter hat.
19.12.11 21:54


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