childhood

Sometimes ~



Manchmal, wenn ich hier so stehe und die Welt vor meinen Augen in tausend Scherben zerspringt, dann weiß ich, wie schrecklich es eigentlich ist, am Leben zu sein. Was für ein großer Fluch die ewige Fragerei nach dem Warum ist und wie sehr man dieser Sinnlosigkeit unterworfen ist. Manchmal, wenn die Welt zu meinen Füßen zersplittert, dann glaube ich, dass man eigentlich nichts richtig machen kann. Die Welt besteht nur aus Fehlern und egal, was man tut, eigentlich ist es falsch. Wenn die Welt sich wieder zusammensetzt, dann funkelt sie plötzlich in allen Farben, die es geben kann und noch vielen mehr. Dann ist der Sinn das Leben und das Leben der Sinn und nichts ist falsch, alles ist richtig, so wie man es tut, weil man es anders nicht kann. Was ist nur dieses ganze Hin und Her, wenn nicht der Witz des Lebens? Wie kann etwas gleichzeitig so falsch und so richtig sein und wie kann es immer unterschiedlich sein, je nachdem, ob die Welt ein Trümmerhaufen ist oder nicht? Manchmal frage ich mich, wohin das alles noch führen soll, wie weit es gehen kann. Wie viele Kinder müssen noch gequält und vergewaltigt werden, wie oft kann man sich über so etwas lustig machen bis die Welt endgültig implodiert? Ist es wirklich so wichtig, dass man perfekt ist? Muss man dünn sein, um schön zu sein? Und wenn es nicht so wäre, warum ist es dann so schlimm dick zu sein? Warum laufen Magermodels über den Laufsteg und warum fühle ich mich dick, auch wenn ich es nicht bin? Warum muss man immer das neuste und beste haben und wie wertet es den Menschen auf? Werde ich besser dadurch, wenn ich das neuste Smartphone habe? Wertvoller? Wann ist ein Mensch nicht mehr wertvoll? Und wann ist er es? Was macht den Menschen aus, das frage ich mich ständig, wenn ich im Zug sitze und in leere Gesichter sehe, die auf schwarze Smartphones blicken und lautstark Musik hören. Definiert man sich jetzt nur noch darüber? Ist das der Grund, warum ich keine dauerthaften, langanhaltenden Freundschaften führen kann oder hat das mit etwas anderem zu tun? Vielleicht damit, dass ich nicht schön genug bin? Bin ich zu dick? Warum kann man nicht man selbst sein, mit all den funkelnden Facetten und warum muss man etwas auf Facebook posten, um der größte Macker überhaupt werden zu können? Wie besteht man in so einer Gesellschaft ohne sich selbst zu verlieren? Wenn man jeden Tag seine Maske aufsetzt und durch die Gegend spaziert, werden die Gesichter nicht liebenswürdiger und die Gedanken freier. Wenn man immer das tut, was man nicht mag, wird man nicht glücklicher. Aber wie konnte die Welt so werden? Wieso konnten wir keine Rasse sein, die den Intelligenzquotienten einer Schnecke besitzt? Wären wir dann klüger? Wäre es  so schlimm, ein Lebewesen zu sein, dass keine Technik nutzen kann? Es gibt so viele Fragen und keine davon lässt sich zufriedenstellend beantworten. Was bleibt dann noch? Bleibt Liebe, bleibt Familie, bleibt Frieden. Aber für was? Ist Liebe auch nur eine Form von Gesellschaftsdruck? Verlieben wir uns, weil wir "müssen"? Weil es cool ist, einen Freund zu haben oder weil man unbedingt Sex gehabt haben muss, um jemand zu werden, der man schon längst ist? Und Sex. Warum haben wir Spaß dabei? Warum macht Sex Menschen zum Verbrecher? Was haben Frauen in billigen Klamotten an sich, dass die Männer ihr Hirn nicht mehr nutzen können? Und warum verzehren sich Frauen nach Aufmerksamkeit und Schmuck? Sind das Urinstinkte? Damals gab es keine Strapsen. Hirne auch nicht. Zumindest nicht wirklich. Ist das das Problem? Dass es Strapsen und Hirne gibt?
20.12.12 23:24


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