childhood

vom alles oder vom nichts.



da steh ich und schau hinunter in den abgrund, der finsterschwarz vor mir liegt und vor meinen augen bildet sich ein meernassen tränenschleier, der meine sicht verschwommen macht. und trotzdem sehe ich hinab und sehe alles. nämlich nichts. oder vielleicht ist es auch vieles, da unten in der schwärze. wer kann mir schon sagen, ob schwarz leere bedeutet. wer könnte mich davon überzeugen, dass nichts nicht doch alles ist? wer kann mir sagen, dass diese leere, in die ich blicke nicht vielleicht voller leben steckt? meine tränen tropfen hinab ins schwarz und ich fange an, mich zu fragen, wohin die salzige flüssigkeit verschwindet, versuche auf das geräusch des aufpralls zu lauschen, doch ich höre nichts. nur dieses rauschen, was von da unten zu kommen scheint. und ich steh da und frag mich, ob ich hier stehen bleiben muss oder ob ich all das, was ich zu beweisen versuche nur dort unten finden kann. so sehr versuche ich jemand anders zu sein, jemand, für den es sich lohnt zu leben. so sehr versuche ich händeringend begehrenswert zu sein ohne jemals zu merken oder zu glauben, dass ich es wirklich bin. so sehr nehme ich mir jeden tag dinge vor, die ich bewältigen kann und jeden tag fühle ich mich mehr von dem abweichen, was ich sein will. ich will rausgehen und mich wohl fühlen können zwischen all den abgemagerten körpern und perfekt geschminkten gesichtern. möchte hervorkommen zwischen gemachten brüsten und aufgepinselten augenbrauen. möchte nicht daran denken müssen, ob eine strähne meines haares nicht vielleicht schlecht sitzen könnte und doch kann ich nicht aufhören meine haare glattzustreichen, wo auch immer ich bin. bin ich schon so im rausch der perfektion gefangen, dass ich angst davor habe mal nicht gut auszusehen? mal nicht das mädchen zu sein, das man beim einschlafen beobachten möchte? warum kann ich nicht einfach loslassen und in den abgrund springen, endlich anfangen mich aus meinem kokon zu schälen, meine ängste überwinden? warum steige ich nicht einfach ins auto und fahre irgendwohin, wo nur ich sein kann? und wo ich mein ich so sehr liebe, dass auch andere es lieben können oder zumindest so, dass ich das gefühl habe, dass andere es lieben könnten. spring ich oder spring ich nicht? ist das schwarz nun voll oder leer? so gerne würde ich springen können ohne das gefühl zu haben etwas anderes zu verpassen, so gern, so gern. ich würde so gern meine dunkle seite hinter mir lassen, dieses zerbrochene, kleine ding, dass da auf dem boden liegt und staubfluseln zählt. ist dieses unperfekte etwas denn wirklich ein teil von mir? muss es das sein? ich tauche einen fuß in das schwarz und es verhüllt ihn komplett. ich kann nichts sehen. meine tränen sind zu nass und mein körper zu schwer, zu träge. ich muss springen. ich weiß das, jeder weiß das. ich muss endlich das kalte wasser treffen und endlich aufhören mir karnevalsmasken aufzusetzen, die mir nicht stehen. ich kann nicht ewig die schwarze federmaske tragen, die mich doch so gut verhüllt. muss für das einstehen, was ich bin, muss mich trauen, mehr aus dem zu machen, was ich zu bieten habe. da ist so viel potenzial, das weiß ich genau. so viel, was mich glücklicher machen könnte. spring ich? oder spring ich nicht?
24.1.13 19:46


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