childhood

Lebensabend.



"Die Dinge, die wir sehen sind dieselben Dinge, die in uns sind. Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen so unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen. Man kann glücklich dabei sein. Aber wenn man einmal das andere weiß, dann hat man die Wahl nicht mehr, den Weg der meisten zu gehen. Sinclair, der Weg der meisten ist leicht, unsrer ist schwer."
~ Demian - Hermann Hesse

Wenn meine Hände Pergament sind und meine Augen trübe Teiche, wenn ich voller Falten und Leben bin, wenn die Welt grau und zu schnell ist, werde ich dann sagen, dass ich gelebt habe? Wenn ich jetzt einfach sterben müsste, würde ich dann behaupten, ich hätte ein gutes Leben voller Magie und Abenteuer gehabt? An Tagen wie diesen, die so voller Kleinigkeiten sind, frage ich mich sowas. Ich frage mich, ob ich in 40 Jahren sagen kann, dass ich alles ausgeschöpft habe, dass ich meine Zeit mit niemandem verschwendet habe, den ich nicht mochte. Dass ich nur das getan habe, was ich wollte. Und im nächsten Moment weiß ich, dass das Leben eben genau aus so etwas besteht. Dass sicherlich niemand sagen kann, er habe immer nur aus Eigennutz gehandelt. Das ist eben die Sache mit der Liebe - man opfert. Sich selbst, seine Gedanken, sein Gut, manchmal auch sein Glück. Es geht nicht immer so, wie man es gerne hätte, manchmal muss man das in Kauf nehmen, was einem das Leben serviert, einfach, weil man ohne das, vielleicht etwas anderes nicht hätte. Werde ich trotzdem sagen, wenn ich alt und grau bin, dass es sich gelohnt hat? Ist es in Ordnung auch mal selbstsüchtig zu sein, auch wenn man weiß, dass es niemandem etwas bringt? Die Sache mit dem Verstellen ist die, dass man es sich auch selbst abkaufen muss, um glaubhaft zu sein und das kann ich nicht. Wie kann ich mich opfern, wenn ich es nicht kann? Manchmal wünsche ich mir Seelenfrieden. Die Ruhe, keine Angst haben zu müssen, dass man nicht gemocht wird. Die Ruhe, einfach zu tun, was man für richtig hält, ohne sich darum zu kümmern, wer sich daran stört. Werde ich im Alter diese Ruhe finden, oder ist sie nur ein Segen, eine Legende, die die wenigsten bekommen können? Ist das Glück? Nach Jahren voller Masken, Mauern und Höhlen, anzukommen? Wo auch immer? Ist das das Ziel, wonach doch letztendlich jeder strebt? Seelenfrieden? Oder ist es nur eine Zeile in einem Buch, das jeder lesen möchte, nicht mehr, als eine Schneeflocke - individuell und wunderschön, aber irgendwann schmilzt sie doch.

Vielleicht.
Was zählt es. Ich lebe im Jetzt, nicht in der Vergangenheit. Mein Zukunfts-Ich lacht über mich und ich kann es nicht ändern. Ich muss warten. Und am Ende zählt es doch ohnehin nicht, mit welchen Kleinigkeiten man sich aufhalten musste. Letztendlich steht man da und blick zurück und hätte vielleicht gerne alles anders gemacht, aber das geht nicht. Gut so.
Vielleicht.

23.12.13 20:08
 


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